Jochen Welt Blog

Die AfD und das Trojanische Pferd des Kremls

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
X
Email

von Jochen Welt

Warum ihre Russlandpolitik Deutschland schadet

Die AfD behauptet, sie vertrete deutsche Interessen. Sie spricht von Frieden, von Entlastung und von Patriotismus. Viele Menschen sollen glauben: Diese Partei stehe auf der Seite Deutschlands.

Doch genau das ist nicht der Fall – im Gegenteil. Wer die Russlandpolitik der AfD genauer ansieht, erkennt ein gefährliches Muster: weniger Druck auf Moskau, weniger Unterstützung für die Ukraine, mehr Verständnis für Putin, mehr Energiegeschäfte mit Russland – und immer wieder Kontakte in russische Machtkreise.

Das ist keine Politik im Interesse Deutschlands. Das ist eine Politik, die Moskau nützt.

Für Putin – nicht für Deutschland

Hubertus Heil hat diese Gefahr bereits im November 2025 im Bundestag deutlich benannt. Er nannte unwidersprochen AfD-Politiker und ihr Umfeld mit Verbindungen zu russischen Interessen. Er verwies auf konkrete Beispiele und stellte die entscheidende Frage: Wem nützt dieses Verhalten?

Besonders brisant sind detaillierte parlamentarische Anfragen zu Bundeswehrtransporten, Drohnenabwehr und sicherheitsrelevanten Anlagen. Solche Informationen sind nicht harmlos. Sie betreffen die Sicherheit Deutschlands.

 

Heil brachte es im Bundestag auf den Punkt:

„Offenbar arbeiten zahlreiche AfD-Politiker für Putin und nicht für Deutschland.“

Und er bezeichnete die AfD als „Trojanisches Pferd des Kremls“.

Das ist eine harte Formulierung. Aber sie trifft den Kern des Problems.

Eine Partei, die sich patriotisch nennt, muss Schaden von Deutschland abwenden. Wer aber Politik macht, die russischen Interessen hilft, deutsche Sicherheit berührt und Moskau politisch entlastet, handelt nicht im deutschen Interesse.

Die AfD will zurück zu Putins Gas

Ein Baustein dieser Politik ist die Forderung nach russischem Gas. Die AfD will wieder Gaslieferungen aus Russland. Auch Nord Stream soll nach ihrem Willen wieder eine Rolle spielen.

Das klingt für manche nach billiger Energie. In Wahrheit wäre es ein gefährlicher Rückschritt.

Deutschland hat erlebt, wohin die Abhängigkeit von russischer Energie führt. Putin konnte Gas als Druckmittel benutzen. Er wusste genau, wie abhängig Teile Europas waren.

 

Wer heute trotzdem zurück zu Putins Gas will, hat aus dieser Erfahrung nichts gelernt – oder nimmt den Schaden für Deutschland bewusst in Kauf.

Dass dies nicht nur Wahlkampfrhetorik ist, zeigte sich beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Dort sprachen AfD-Vertreter mit russischen Gesprächspartnern auch über Nord Stream und neue Gasgeschäfte.

Das ist ein deutliches Signal: Die AfD redet in Deutschland von Entlastung – und sucht in Russland den Schulterschluss bei Energiegeschäften.

Annähernd 30 Milliarden Euro für Moskau

Beim russischen Gas geht es nicht um kleine Beträge. Es geht um Milliarden.

Die frühere Jahreskapazität von Nord Stream 1 lag bei rund 55 Milliarden Kubikmetern Gas. Das entspricht ungefähr 575 Millionen Megawattstunden.

Bei einem Gaspreis von 50 Euro je Megawattstunde ergäbe sich daraus ein Bruttoerlös von annähernd 30 Milliarden Euro pro Jahr.  Mit solchen Milliarden kann Russland Waffen kaufen, Soldaten bezahlen und sich stärker gegen Europa in Stellung bringen. Wer russisches Gas in dieser Größenordnung wieder kaufen will, meint damit nicht die Energiepreise. Er meint die Milliarden für Moskau.

Politisch klar gesagt: Diese AfD-Politik wäre eine indirekte Militärhilfe für Putins System.

Putin führt nicht nur Krieg mit Panzern und Raketen. Russland bedroht Europa auch durch Cyberangriffe, Sabotage, Desinformation und politische Einflussnahme.

 

In dieser Lage müsste eine deutsche Partei alles tun, um Deutschland widerstandsfähiger zu machen. Die AfD aber macht das Gegenteil.

Sie stellt Druck auf Russland infrage.
Sie will zurück zu russischem Gas.
Sie sucht Kontakte in russische Machtkreise.
Sie stellt sicherheitsrelevante Fragen zu Bundeswehrtransporten und Drohnenabwehr.
Und sie nennt das dann Patriotismus. Das ist kein Patriotismus. Das ist gefährlich.

Naivität oder bewusste Politik?

Die entscheidende Frage lautet: Warum macht die AfD eine solche Politik?

Geschieht es aus Naivität? Dann ist die AfD nicht regierungsfähig. Denn wer diese Gefahr nicht erkennt, kann Deutschland nicht schützen.

Geschieht es aber mit vollem Bewusstsein, dann ist es noch schlimmer. Dann handelt die AfD politisch wie ein Handlanger Putins.

Denn Putins Macht wird nicht durch Friedensparolen begrenzt. Putins Macht wächst durch Geld, Einfluss, Abhängigkeit und Spaltung. Wer diese Macht stärkt, stärkt nicht Deutschland. Er stärkt Moskau.

Wem nützt diese Politik?

Am Ende bleibt doch eine einfache Frage: 

Wem nützt diese Politik?

Nützt sie der deutschen Sicherheit? Nein.
Nützt sie der europäischen Unabhängigkeit? Nein.
Nützt sie den Bürgerinnen und Bürgern langfristig? Nein.
Nützt sie Putin? Ja.
 

Das ist der Kern. Die AfD redet von deutschen Interessen. Aber ihre Politik schadet Deutschland.

Sie redet von Frieden. Aber sie würde einen Aggressor stärken.

Sie redet von Entlastung. Aber sie würde neue Abhängigkeit schaffen.

Sie redet von Patriotismus. Aber ihre Russlandpolitik passt eher zu Heils Satz vom „Trojanischen Pferd des Kremls“.

Wer Putins Gas will, füllt Putins Kriegskasse.

Wer sicherheitsrelevante Fragen stellt, die dann Moskau nützen, muss sich fragen lassen, auf wessen Seite er steht.

Und deshalb kann sich Deutschland eine AfD einfach nicht leisten

Und wer eine Partei wählt, die Putins Interessen bedient, wählt politisch Handlanger Putins in Deutschland.

#Deutschland #Europa #Demokratie #AfD #Russland #Putin #NordStream #Sicherheit #Bundestag #DemokratieImDialog #JochensWeltBlog

 

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
X
Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Archiv

Archiv